Smartphone für fette Finger

2014-11-14  |  News

Über Spott ist Samsung erhaben: Der Konzern will das Galaxy Note 4 mit zahlreichen Funktionen zum Smartphone für alle Lebenslagen machen – samt einem Eingabestift. Ein Härtetest bei der Wohnungssuche.

Igitt, niemand will einen Stylus.“ Als Steve Jobs 2007 mit der Vorstellung des ersten iPhones eine ganze Branche auf den Kopf stellte, machte er sich über die kleinen Stifte lustig, mit denen man bis dato auf kleinen verpixelten Bildschirmen der ersten Taschencomputer herumgedrückt und -gekritzelt hatte. Die neue Generation der Smartphones, das war von da an klar, würde allein mit der Fingerspitze bedient.
Doch sieben Jahre später ist Apple nicht mehr der unangefochtene Smartphone-Pionier, vor allem nicht bei den übergroßen Phablets. Die hat der größte Konkurrent Samsung erfunden – und der rückt bei seinem neuen Galaxy Note 4 nicht zuletzt den Stylus S-Pen in den Mittelpunkt.
Um herauszufinden, was das neueste Samsung-Smartphone taugt, unterziehe ich das Gerät einem Härtetest: Wohnungssuche in Hamburg. Acht Besichtigungstermine in acht Stunden. Wie kann mich der Allrounder bei dieser schwierigen Mission unterstützen?

Natürlich hilft der Stylus bei der Navigation, wenn man fette Finger hat. Doch vor allem soll er die Arbeit erleichtern – und das macht richtig Spaß: Während mich Makler und Mieter durch ihre Räumlichkeiten führen, fertige ich Grundrissskizzen auf meinem Bildschirm an und versehe Fotos mit Notizen. Über ein halbes Dutzend verschiedener Stiftarten stehen für meine Zwecke zur Verfügung. Die Handschrifterkennung funktioniert erstaunlich gut, der Bildschirm kann zudem vortrefflich zwischen leichtem Streichen und festem Aufdrücken der virtuellen Stiftmine unterscheiden und wandelt die Berührung in feine Striche und dicke Markierungen um.

Die 16 Megapixel der Handykamera bewähren sich bei Fotos der besichtigen Häuserfassaden und Wohnungsräume. Die Kamera macht bei gutem Licht hervorragende Bilder, die sich auf dem brillanten Display sehen lassen können. Auch die Auslöseverzögerung ist für Smartphone-Verhältnisse akzeptabel. Erst gegen Abend offenbaren sich Schwächen: Bei schwierigen Lichtverhältnissen sehen die Bilder wieder aus wie körnige Handyfotos, zudem löst die Kamera teilweise merkbar verzögert aus. Das kompliziert Schnappschüsse bei hektischen Massenbesichtigungsterminen.

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