Was können Sie tun, über Smartphone-süchtig

2014-11-18  |  News

Sie können die Finger nicht mehr von Ihrem Handy lassen? Mit diesem Problem sind Sie nicht allein.  Hier erfahren Sie, welche Alarmzeichen es gibt und wie Sie die Sucht wieder loswerden:

Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass 62 Prozent der Smartphone-Besitzer nach dem Aufwachen zuerst zu ihrem Handy greifen. 87 Prozent der Besitzer eines Android-Handys gaben zu, ihr Smartphone auch auf der Toilette zu benutzen. Smartphone-Sucht ist längst ein wissenschaftlich anerkanntes Phänomen. Die Angst, sein Handy zu verlieren, wird „Nomophobia“ genannt. Sucht-Symp­tome gibt es viele. Gehört der letzte Blick am Abend und der erste Blick am Morgen Ihrem Smartphone? Unterbrechen Sie Unterhaltungen mit echten Menschen, wenn sich Ihr Handy meldet? Geraten Sie in Panik, wenn Sie Ihr Telefon mal nicht finden? Müssen Sie Ihr Handy mehr als einmal am Tag aufladen? Simsen und surfen Sie auch am Autosteuer? Posten Sie auf Facebook, wie toll das Mittagessen mit einem Freund ist – statt das Mittagessen mit dem Freund zu genießen? Im Internet gibt es zahlreiche Tests für Smartphone-Sucht (z.B. tinyurl.com/jvq26pd). Wenn zu viele Symptome auf Sie zutreffen, wird es dringend Zeit für eine digitale Entgiftung.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Nutzung zu reduzieren. Schalten Sie die Alarmtöne ab, die Sie ständig in Atem halten, und entscheiden Sie selbst, wann Sie auf Ihr Handy schauen wollen. Nehmen Sie sich Handy-freie Phasen – bestimmte Uhrzeiten und unbedingt das Essen mit Ihrer Familie. Beliebter Trick von Suchtexperten: Legen Sie einen richtig komplizierten Zugangscode für Ihr Handy an – am besten einen, den Sie sich nicht auswendig merken können. Sie werden keine Lust haben, ständig nach dem Zettel mit dem Code zu suchen. Benutzen Sie Ihr Handy nicht als Wecker, sondern schaffen Sie sich wieder einen echten Wecker an. So beginnt der Tag nicht gleich wieder mit dem Smartphone. Löschen Sie konsequent Apps, die Ihnen zu viel Zeit klauen. Reduzieren Sie Ihre sozialen Netzwerke – Facebook ODER Twitter statt Facebook UND Twitter verschafft Ihnen ungeahnte Freiräume. Wenn das zu viel für Sie ist, nutzen Sie zum Beispiel Facebook konsequent nur noch am PC. Das ist umständlicher und wird Ihre Nutzung spürbar reduzieren. Aktivieren Sie von Zeit zu Zeit den Flugmodus – dann können Sie zum Beispiel weiterhin Fotos machen, sind aber von den dauernden Neuigkeiten abgeschnitten. Und nehmen Sie sich wieder mehr Zeit für alte Hobbys, vom Lesen bis zum Stricken. Auch das hält Sie vom Smartphone fern.

Ja, es gibt jede Menge Apps, mit denen Sie gegen Ihre Smartphone-Sucht kämpfen können. Für Android-Handys zum Beispiel Menthal, StayOnTask, AppDetox und BreakFree (alle kostenlos), für iOS Moment (www.inthemoment.io, 4,49 Euro), das Ihre Handynutzung analysiert und mit dem Sie sich selbst Limits setzen können. Für ganz harte Fälle erscheint im Dezember für knapp zehn Euro das NoPhone (nophone.myshopify.com) – ein schwarzer Block in Smartphone-Form ohne jede Funktion. Tests haben ergeben, dass sich Süchtige deutlich besser fühlen, wenn sie diese „Handy-Prothese“ in der Hand halten. Es gibt das NoPhone auch mit Spiegel – für Selfie-Abhängige

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