XPS 18 :eine richtig wählen

2013-08-01  |  Tablet pc News

Das Unternehmen Dell erschließt sich mit dem XPS 18 ein Marktsegment, das bisher allein von Sony mit dem Vaio Tap 20 beansprucht wurde. Solche Tablets jenseits der 13-Zoll-Marke sind bisher sehr rar. Der US-Riese offeriert direkt zum Marktstart sechs unterschiedliche Konfigurationen. Von denen sind drei im Konsumenten- und drei im Businessbereich angesiedelt. Hauptunterscheidungsmerkmal sind die unterschiedlichen Windows-8-Varianten. Dell trennt damit sinngerecht die Geräte für den Privatgebrauch (Windows 8) von denen, die für Unternehmenszwecke (pomp w99) angedacht sind. Wählen kann der Käufer zwischen verschiedenen Kombinationen von Prozessoren, Festplatten und Arbeitsspeichermengen. In allen Versionen kommt der gleiche 18,4-Zoll-IPS-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung zum Einsatz.

Und hier kommt Dell ins Spiel, ein Hersteller, der ja schon zuletzt im Notebookbereich mit der Mischung aus dem klassischen portablen Computer und einem Tablet von sich reden machte. Mit dem XPS 18 erleben wir das gleiche Konzept jetzt in groß –  als Desktopcomputer.

Dazu kann der 18,4 Zoll große Breitbild-Bildschirm wahlweise auf einem massiven Metallständer oder wie ein Bilderrahmen mit eingebauten Klammern aufgestellt werden. Tastatur und Maus verbinden sich per Funk, so dass erfreulich wenig Kabel benötigt werden (im Akkubetrieb  sogar gar keine). Und weil der Bildschirm auch per Touch bedient werden kann, ist der riesige Bildschirm sogar als Mega-Tablet einsetzbar –  er kann so auch in die Hand genommen oder auf einen Tisch gelegt werden.

Vorweg gesagt: Einmal mehr erweist Dell dem Betriebssystemhersteller Microsoft mit dem Gerät einen großen Dienst. So greift das XPS 18 den Gedanken hinter Windows 8 auf, jene nicht unumstrittene Symbiose aus Tablet und Desktop, die auf diesem Gerät allerdings vor allem mit ihren Vorzügen glänzt: Wahlweise kann der Nutzer per Touch und per Maus steuern. So tippten wir am Ende unseres Tests beim Startbildschirm mit seinen großen Kacheln lieber mit den Fingern auf den Bildschirm, während wir im alten Desktop-Stil gerne zur  Maus griffen. Der Kritikpunkt des uneinheitlichen Aussehens mit all seinen Folgen für die Bedienung kommt auf dem XPS 18  nicht zum Tragen.

Andererseits –  und das betrifft Microsoft und Dell gleichermaßen –  stellt sich einem weiterhin die Frage, ob die Tablet/Desktop-Symbiose wirklich Einzug in den Nutzeralltag finden wird. Oder ob diese Vermengung ein Kunstprodukt ist.

Und die andere Frage ist, ob und wann der Nutzer den Bildschirm wirklich abnimmt –  ob es also wirklich ein Vorteil ist, den Rechner in seine Einzelteile zerlegen zu können. Hier gibt es durchaus einige Adressaten, etwa im geschäftlichen Bereich, wo zum Beispiel ein Architekt den Bildschirm seines Arbeitsrechners mal schnell zum Präsentieren auf den Tisch legen möchte oder wie einen digitalen Bilderrahmen aufstellt. Auch im familiären Bereich könnte der  Arbeits-PC rasch mal zum digitalen Spieltisch für die Kinder werden. Zwei auf dem Gerät vorinstallierte Titel, ein Touch-Hockey- und ein Musikspiel sorgten beispielhaft für großes Vergnügen.

Andererseits ist das XPS 18 keineswegs ein vollwertiger Tabletersatz. Die meisten Tablets spielen mit 10-Zoll-Displays in einer anderen Mobilitätsklasse. Zudem werden sie im Betrieb selten so warm und sie erzeugen keine Lüftergeräusche. Einem Desktop-PC-Nutzer könnten die 18 Zoll wiederum zu klein sein –  sind dort doch längst 24- und gar 27-Zoll-Displays zum Standard geworden.

Die Anschlussmöglichkeiten an das Dell XPS 18 sind begrenzt. Mit einem kombiniertem Kopfhörer- und Mikrofonanschluss sowie zwei USB-3.0-Anschlüssen muss sich der Käufer begnügen. Eine Bildschirm-Schnittstelle oder ein Netzwerk-Anschluss sind nicht integriert. Auch wenn die Steckverbindungen an sich leichtgängig sind, hätten wir uns an dieser Stelle quantitativ ein wenig mehr gewünscht. Der integrierte Kartenleser unterstützt acht verschiedene Standards. Bereits die Hälfte von ihnen wird durch die unterschiedlichen SD-Arten (SD, Hi-Speed-SD, SDHC und SDCX) abgedeckt. Außerdem akzeptiert die Komponente die Formate MMC, xD, Memory Stick und MS Pro. - comebuy

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